Im Grunde bin ich keiner der Reviews über seine Ausrüstung schreibt, jedoch bin ich von diesem Objektiv so begeistert, dass ich einfach ein paar Zeilen darüber verlieren wollte.

Vor gut zwei Wochen habe ich mich von meinem geliebtem Voigtländer Nokton 50mm f1.5 getrennt und mir anstatt das viel gelobte Fujinon xf 56mm f1.2 gekauft. Die in etwa eine halbe Blende mehr ist natürlich schön, tatsächlich war dies aber nicht der Hauptgrund, weshalb ich wechselte. Ich bin nicht so der Offenblende-Fanatiker. Klar benutze ich gerne große Blendenöffnungen, auch als gestalterisches Mittel, jedoch habe ich meist die Erfahrung gemacht, dass mir die Bildergebnisse bei den Objektiven, die ich so in meiner Laufbahn hatte, bei offener Blende selten zusagten. Ich blende oft ein bis zwei ganze Blendenstufen ab, sodass ich sehr oft bei Blende 2.8 lande.

Letztlich war es vor allem der fehlende Autofokus des Voigtländer Objektivs, welcher mich zum Fujinon greifen ließ. Das manuelle Fokussieren macht mir schon viel Spass, aber es gab doch immer wieder mal Momente, wo ich den Autofokus eben doch vermisst hatte. Bis zum Erscheinen des Fujinon 56mm gab es auch keine Autofokusalternativen für ein schönes Portraitglas.

Kurz vor meinem Death Valley Trip kam dann das Objektiv bei mir an. Ich hatte gute zwei Wochen Zeit dieses Objektiv in all den Bereichen zu testen, die mich persönlich interessieren (Außer für Street, aber da mag ich so lange Brennweiten eh nicht!). Von Portrait über Landschaft bis hin zu Architektur habe ich es benutzt.

Ich war, als ich das Objektiv zum ersten mal in der Hand hielt, sehr von der Größe und dem Gewicht überrascht. Es ist deutlich größer und schwerer als die anderen Fujinon Festbrennweiten, die ich kenne (das 23er ist wohl ähnlich groß). An der x-pro wirkt es optisch sehr harmonisch und auch nicht zu kopflastig. Wenn ich die Kamera am Kameragurt über die Schulter bzw. um den Hals trage, hängt die Kamera nicht mit dem Objektiv kopfüber hinunter. Das Objektiv macht die ganze Kombination natürlich deutlich schwerer, die Größe ist jedoch vor allem für Leute mit größeren Händen in der Haptik sehr angenehm.

Der Fokus- und Blendenring haben einen angenehmen Widerstand. Der Blendenring ist nicht so ruckelig wie der des 35mm Fujinon und nicht so lose wie der des 14mm Fujinon. Mit einem Filterdurchmesser von 62mm ist es genauso groß wie das 23er, aber leider größer als meine anderen Objektive. Das bedeutet, dass ich meine vorhandenen ND-, Pol- und Infrarotfilter nicht mit diesem Objektiv nutzen kann. Vor allem bei dieser Lichtstärke war meine erste Überlegung mir einen ND-Filter anzuschaffen, um bei viel Licht dennoch die offene Blende nutzen zu können.

Der Autofokus ist nicht der schnellste an der x-pro1, aber schnell genug für Portraits meiner recht agilen Tochter. Der Autofokus ist recht laut, das hatte mich am Anfang etwas irritiert, aber mittlerweile habe ich mich wohl daran gewöhnt.

Das Fujinon xf56mm f1.2 ist ein traumhaftes Objektiv. Ich bin wirklich begeistert, wie gut dieses Objektiv schon komplett offen hervorragende Bildqualität liefert. Ich beurteile meine Bilder im reinen Fotoalltag. Ich bin technisch nicht so versiert/interessiert, als dass ich irgendwelche Diagramme, Charts, Linienpaare oder ähnliches deuten will. Mich interessiert vor allem, wie das Glas im Fotoalltag performt und es muss meinen Ansprüchen mindestens genügen.

Ich hatte noch nie ein Objektiv, welches bereits bei der Anfangsblende so gut performt. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich noch nie ein 1.2 Glas hatte. 1.4 hatte mir meist gereicht, zumal ich ja, wie vorher schon erläutert, dann eh meist bei f2.8 lande(te). Umso mehr überraschte mich die Schärfe bei f1.2, ich hatte mit deutlich weicheren Ergebnissen gerechnet.

2014.03.29_unbenannt_073x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f1.4

2014.03.16_DeathValley_426x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f1.4

 

Das Bokeh ist ganz mein Ding! Ich glaube, hier kommt es wohl auf den persönlichen Geschmack an. Butterweich und schöne kleine, runde Scheiben kann es auch. Manche empfinden es als zu „digital“, obwohl ich nicht weiß, was damit dann gemeint ist. Ich will da gar nicht viel mehr dazu sagen, außer dass ich es wirklich sehr, sehr mag!

Wie ich zu Anfang ja schon sagte, bin ich kein Offenblendesüchtiger, aber ich gebe zu, seitdem ich das 56er habe, scheint der Blendenring  wie festgeklebt zu sein auf f1.2. Es macht einfach nur Spass, es bei Offenblende zu benutzen. Die Bildergebnisse und die Bedienung sind definitiv auf der pro-Seite. Und rechtfertigen meiner Meinung nach den zunächst sehr hoch scheinenden Preis durchaus. Das Gewicht und die Größe gefallen mir persönlich zwar nicht so sehr, jedoch lassen mich vor allem die Bildergebnisse diese Nachteile sehr schnell vergessen.

Das 56er ist derzeit meine Immer-drauf Optik und gemeinsam mit meiner x100s immer mit dabei.

 

DSCF0013

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f1.8

2014.03.18_Eyd2014_016

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f1.2

2014.03.14_DeathValley_032_Snapseed

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f11

2014.03.15_DeathValley_167

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f11

2014.03.16_DeathValley_420

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f1.2

2014.03.17_DeathValley_509

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f8.0

2014.03.26_unbenannt_6566-Bearbeitet_Snapseed

x-pro1 +Fujinon xf56mm f1.2 @f8.0