Ich gebe zu die Fuji x-pro ist für mich vor allem auch eine Kamera mit der ich vornehmlich available-light-Fotografie betreibe. Die sehr guten Ergebnisse, auch bei ISO 6400, machen den Blitzeinsatz meist unnötig.
Dennoch, ich bin ein Freund von Blitzlicht, demnach war es nur eine Frage der Zeit bis ich mich mit der Blitzlichtfotografie und der x-pro 1 auseinandersetze.

Der erste Punkt der mir etwas Kopfzerbrechen machte war: Welchen Blitz soll ich nehmen?
Natürlich wollte ich ungern auf TTL verzichten, wodurch meine Auswahl sich zunächst auf die Fujiblitze beschränkte.
Fuji bietet derzeit drei Blitzgeräte an. Den ef-42, den ef-20 und den Formschönen und kleinen ef-x20.
Der ef-42 kam für mich wegen der Grösse nicht in Frage. Wie ich schon mehrfach erwähnte liebe ich kleines und leichtes Equipment. Idealerweise habe ich mein nötiges Equipment in meiner kleinen ThinkTank retrospective 10 Fototasche.

Der ef-20 und der ef-x20 sind von der Leitzahl im gleich, unterscheiden sich aber in ein paar Features.
Der ef-20 ist um einiges grösser als der ef-x20, hat aber den Vorteil das er zumindest das Bouncen beherrscht (wenn auch nur an die Decke z.B.). Er hat leider kein Drehgelenk. Auf der x-pro wirkt er optisch irgendwie deplatziert. Aber das ist für mich kein Hauptkaufkriterium. Er besteht aus Plastik und fühlt sich von der Wertigkeit (ein ganz subjektives Kriterium übrigens) okay an. An der x-pro, x-e1 und/oder der x100 unterstützt er genauso TTL wie die anderen zwei Fuji-Blitze. Gut ist das der ef-20 2 AA’s als Energiequelle benötigt.

Der ef-x20 ist erst einmal vor allem eins: Klein und schön!
Auf der x-pro montiert erkennt man für welche Kamera dieser Blitz in erster Linie konzipiert wurde. Die x-pro und der ef-x20 sind optisch und haptisch für einander geschaffen. Man bemerkt diesen im Grunde nicht an der Kamera, die Kamera liegt genauso gut wie ohne Blitz in der Hand.
Wirklich schade ist, das man diesen nicht bouncen kann. Im Grunde ist dieser wie ein eingebauter Blitz, er richtet sein Licht nur gerade aus.

Mittels einem kleinen Hebel an der Seite kann man eine intern verbaute Streulichtblende vor den Blitz schalten.
Viel einzustellen gibt es zwar nicht, aber das wenige ist passend zum Konzept der x-Kameras sehr analog anmutend.
Ein Drehschalter auf der Oberseite des Blitzes lässt einen die Belichtungskorrektur im TTL-Modus bzw. die manuelle Blitzsteuerung einstellen. Abgesehen davon das es sehr stylisch aussieht hat es den einscheidenden Vorteil das es schnell geht. Das ist wirklich sehr angenehm und macht das Arbeiten, auch im manuellen Modus um einiges einfacher als z.B. mit meinem, ohne Zweifel, tollen Canon 580 EX II
Das aufsetzen und lösen des Blitzes hat Fuji auch sehr schön gelöst. Er schnappt beim aufsetzen ein und zum lösen muss man lediglich einen kleinen Knopfdrücken und er lässt sich schön geschmeidig vom Hotshoe lösen.

Ein echtes Highlight ist, dass man den ef-x20 auch als Slaveblitz nutzen kann. Er erkennt Blitzlicht und löst, wenn man den entsprechenden Modus auf der Unterseite des Blitzes eingestellt hat, mit aus, dabei erkennt er auch ob ein Blitz Vorblitze sendet. In diesem Modus funktioniert freilich TTL nicht. Man erspart sich so aber z.B. das mitführen von Funkfernauslöser. Für x-pro 1 Benutzer heisst das aber wiederum, dass dieses Feature zwingend einen zweiten Blitz auf der Kamera benötigt. Die Besitzer der anderen x-Kameras kommen da günstiger/leichter weg, haben diese doch einen eingebauten Blitz.

Diese Art des Slaveblitzen funktioniert natürlich schwerlich im gleissendem Sonnenschein und/oder über längere Distanzen, aber bei einer Leitzahl von ca.18 sind da beide auch eher fehl am Platz.
Nicht so toll finde ich, dass der ef-x20 zwei AAA’s benötigt, bedeutet dies doch das ich meine AA’s die ich bei all meinen Blitzlichtern benötige nicht nutzen kann. Auf der anderen Seite ist er dadurch nochmal ein Stück leichter.

Ich habe jedenfalls beide. Der ef-x20 ist schön klein und leicht, und dient mir als immer-dabei und den ef-20 nehme ich mit wenn ich vorab weiß das ich u.U. etwas mehr Licht benötige bzw. mit einem zusätzlichen Blitz eine bestimmte Lichtwirkung/Stimmung erzeugen will. Die Slaveblitzfunktion des ef-x20 finde ich hier sehr Vorteilhaft, habe ich diesen eh immer dabei und kann dadurch den ef-20 zum bouncen nehmen und mit dem ef-x20 ein Streiflicht/Effektlicht setzen.

Kostengünstiger ist der ef-20, aber auch größer und etwas billiger verarbeitet.
Das bouncen ist ein grosser Vorteil des ef-20, die Größe und das Gewicht, sowie die Bedienung und das Nutzen als Slaveblitz steht auf der “Haben-Seite” des ef-x20.

Ein kleines, baugleich zum Canon OC 3 Blitzkabel, habe ich immer dabei, welches glücklicherweise Fujis TTL überträgt. So habe ich zusammen mit dem ef-x20 immer einen entfesselten Aufhellblitz parat.

In geschlossenen Räumen mit weissen Wänden/Decken reicht die Leitzahl der “kleinen” Fujiblitze sehr gut aus.

Meine Eingangs erwähnte Problematik, welchen Blitz ich wählen soll habe ich freilich mit dem Erwerb beider Blitze gelöst. Will/Kann man sich aber nicht beide leisten und will gleichzeitig nicht auf TTL verzichten, rate ich zum ef-20. Er ist günstiger bei gleicher Leistung (ich meine mich zu erinnern sogar ein wenig mehr als der ef-x20), man kann mit ihm bouncen und er nutzt herkömmliche AA’s Batterien. Legt man auf das Bouncen nicht so viel Wert, ist etwas Designverliebter und muss nicht allzu sehr auf das Budget achten, dann den ef-x20. Fuji x-e1 und/oder x100 Nutzer haben mit dem ef-x20 einen entfesselten Slaveblitz immer dabei, den man ja durchaus zum bouncen auch nutzen kann.