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30 Jahre Fotografie in möglichst wenigen Worten

27Okt
  • 30 Jahre Fotografie in möglichst wenigen Worten

Ich liebe die Fotografie und das schon seit meinem 12 Lebensjahr!

Der erste Kontakt mit einer Kamera war mit der Canon F1 meines Vaters. Ich war damals 11 Jahre alt und fühlte mich vor allem von dem technischen Teil des Fotoapparates angezogen. Das satte Gefühl die Kamera in der Hand zu halten, das Geräusch, wenn man den Auslöser gedrückt hat, das Aufziehen des Films, das Wechseln der Objektive, die ganzen tollen verschiedenen Stellrädchen und deren Zusammenspiel und unmittelbaren Einfluss auf das Bild… das alles hat mich schon sehr fasziniert! Aber mehr als ein paar Mal den Auslöser drücken, erlaubte mir mein Vater nicht. Also musste schnell eine eigene her. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Sparens, wurde eine gebrauchte Canon AE-1 mit 50mm f1.4 mein erstes Schätzchen, welches sich immer noch in meinem Besitz befindet.

Das ist mittlerweile 30 Jahre her und seit meiner ersten eigenen Kamera, ach eigentlich seitdem ich die F1 meines Vaters in den Händen hatte, lässt mich die Fotografie nicht mehr los. Die F1 konnte ich übrigens erst letztes Jahr meinem Vater abschwatzen. Ich kann es ihm nicht verübeln, eine tolle Kamera!

Gerne erinnere ich mich auch an die zahllosen durchgemachten Nächte in meiner Junggesellenwohnung die am Abend vom Badezimmer bis zum Wohnzimmer in eine eigene Dunkelkammer umgebaut wurde. Der Geruch im Nass-Raum (schön ist was anderes), das hin- und herschwenken der Entwicklerschale und die Neugier, wenn man den Abzug in das Stoppbad legte, um im Fixierbad dann endlich mal in Ruhe einen genaueren Blick auf den Abzug zu werfen.

2005 habe ich mich dann von der analogen Fotografie der digitalen zugewandt. Meine erste  digitale war eine Sony-Kamera, die DSC-P92.  Allerdings bin ich mit ihr sehr schnell an ihre Grenzen gestossen, da es eher eine Taschenknipse war. Und ich die gesamte Belichtungskontrolle der Kamera überlassen musste. Aber zu der Zeit war das Geld knapp bei mir (gut das ist es leider immer noch irgendwie).

Also, kam relativ kurz danach die G7 von Canon, später die Canon 40D und als Taschenknipse die Canon G9.

Vor allem nachdem ich meine tolle Frau kennen gelernt hatte, hat meine Fotografie einen enormen Schub bekommen. denn glücklicherweise ist sie auch sehr fotointeressiert und ist eine meiner größten Kritikerin. Auch, war sie diejenige die mich immer wieder gepusht hat und mich unterstützt hat, wenn ich mir mal wieder in den Kopf gesetzt hatte jetzt unbedingt dieses eine Spielzeug haben zu müssen. Oft war sie sogar die treibende Kraft.

So kam auch die Canon 5D MkII zu uns ins Haus. Nach 5 Jahren verlassen des analogen Kleinbildformats (heute bekannt als Vollformat) war ich endlich wieder bei meinem geliebten Kleinbildformat/ Vollformat. Diesmal allerdings digital.

Vieles ist durch die digitale Fotografie einfacher geworden, aber auch einiges, was mich zur Fotografie gebracht hat, ist irgendwie verloren gegangen.

Ich liebe an der digitalen Fotografie das man mit nur wenigen Mitteln und vor allem ohne Chemie, sein eigenes Fotolabor auf dem Rechner hat und einem so viele tolle Möglichkeiten zu Verfügung stehen.

Damals musste ich mir bei jeder Aufnahme Notizen machen um später, nach der Filmentwicklung überprüfen zu können welche Einstellung mir was für ein Ergebnis brachte/bringt. Heute schaue ich in die Metadaten/Exifs und ich sehe alles. Der Lerneffekt hat sich um ein vielfaches erhöht in der digitalen Zeit. Die Kosten in der Anschaffung des Equipment sind zwar gestiegen, teilweise enorm, aber nie wieder Geld für Film und vor allem die Entwicklung! Die Archivierung ist heute ein Traum und Datenspeicher kostet auch nicht mehr die Welt.

Auf der anderen Seite ist das nachdenken vor dem auslösen und belichten des Films verloren gegangen. Auch das hat seine Vorteile, entstehen doch manchmal so Bilder welche ich sonst wohl nicht gemacht hätte? Das entschleunigte Fotografieren aber ist seltener an zu treffen. Dabei ist dies sehr hilfreich um kreativ Arbeiten zu können.

Die tollen Stellrädchen die mich anfangs so fesselten sind nahezu ausgestorben. Es gibt heute nur wenige Kameras welche diese Option noch bieten. Das sind die Kameras mit dem sogenannten „Retro“-Look. Aber der Look ist hier für mich eher nebensächlich!

Heute ist vieles in Menüs untergebracht und man muss erst einmal dicke Handbücher lesen um die wichtigen Funktionen nutzen zu können. Ferner ist man oft verleitet den Blick allzu sehr auf das Display zu richten anstatt den Blick auf das Motiv bzw. die Szenerie zu konzentrieren. In der analogen Fotografie nimmt man die Kamera in die Hand und weiß wie man Belichtungszeit, Blende u.ä. einstellt. In einer interessanten Szene/Motiv, betätigt man den Auslöser und beschäftigt sich gleich darauf wieder mit der Szene/Motiv bzw. sucht gleich das Nächste.

Aber ich will mich nicht beschweren und schon gar nicht das ein falscher Eindruck aufkommt.

Ich liebe die (digitale) Fotografie nach wie vor! Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich heute mit der Fujifilm x-pro1 fotografiere. Diese Kamera bringt all diese Eigenschaften mit, welche mich damals so an der Kameratechnik begeistert hatten – na gut vom Filmaufziehen jetzt mal abgesehen. Ich habe seit dem ich die Fujifilm x100, heute musste sie für die x-pro 1 weichen, besitze ein ganz neues altes fotografisches Gefühl zurück erlangt bzw. neu dazu gewonnen. Endlich wieder die Blende, die Zeit, die Belichtungskorrektur da einstellen wo ich es schon als 12 jähriger gemacht habe und mich nicht durch Menüs quälen muss um solche Dinge ein zu stellen. Endlich wieder eine Kamera analog bedienen zu können. Das klingt erst einmal banal, aber es ist so befreiend wieder analog Einstellungen vor nehmen zu können.

Es ist für mich tatsächlich so, dass ich mit der x100 bzw. x-pro 1 das entschleunigte Fotografieren im digitalen Zeitalter zurück holen konnte. Und das finde ich grandios! Ich nutze das positive aus beiden Welten. Ich habe analoges Feeling und einen enormen Spass meine Kamera in die Hand zu nehmen und kann dennoch die Vorzüge meines digitalen Fotolabors genießen.

Aber ich glaube das entschiedenste Argument für mich bei der x-pro 1 zu zugreifen, war ihre Grösse, das Gewicht und natürlich ihre herausragende Bildqualität. Seit ich die x-pro 1 habe kann ich es an einer Hand abzählen wie oft ich das Haus ohne Kamera verlassen habe. Was habe ich von einer tollen Kamera die zu Hause im Schrank liegt, weil sie mir zu schwer ist mit mir rum zu schleppen?

Richtig! Nichts.

 

Wie ist Euer fotografischer Werdegang verlaufen? Was war Euer erstes Schätzchen?

Comments

  • Christoph

    Hallo Mehrdad, tolle site, klasse Bilder. Das Beste ist jedoch das der alten F1; meiner ersten eigenen Kamera ;-) Wahrscheinlich bin ich deswegen bei den Xsen von Fuji gelandet. Feeling und Intuitives Fotografieren , wie bei der guten F1. Gute Momente, Christoph

    • Mehrdad

      Hallo Christoph, Du Glücklicher! Ich konnte damals immer nur Träumen eine F1 mein eigen zu nennen. Bei mir ist es glaube ich ähnlich wie bei Dir. Ich liebe das analoge feeling der x100/x-pro1. Da hat Fuji wirklich eine tolle Sache ins Rollen gebracht. Es macht einfach Spass diese Kameras in die Hand zu nehmen, naja und über die Bildqualität sind sich glaube ich alle einig! Freut mich das Dir meine Seite gefällt! Beste Grüße und Dir immer Gut Licht! Mehrdad

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